Franz Volz

Biografie:

Der Duft von Pferden wehte in die Stube im Josephshof in welcher der kleine Franz im November 1929 zur Welt kam. Er war das fünfte Kind des schwäbischen Verwalters, der dieses Weingut an der Mosel leitete. Seine Mutter versorgte die Hauswirtschaft. Die Eltern lehrten ihre Kinder beten, gehorchen und arbeiten. Die Rute hielt man damals, auch in der Schule, für ein unentbehrliches Erziehungsgerät. Neben den Lehren der Kirche wurden auch die Ansichten der Nationalsozialisten gepredigt. Das Schulgebet wurde durch den Hitlergruß ersetzt, die Kreuze aus den Klassenräumen entfernt. In der Kirche gehörten Gebete und fromme Gesänge zur Andacht. Beim Jungvolk aber, da lernten die Kinder schon marschieren.
Das Nazi-Regime brauchte Soldaten. Doch Franz und seine Familie wurden nicht um ihre Meinung befragt. 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Seine älteren Brüder mussten zu den Soldaten. Deutsche Flugzeuge warfen Bomben in Feindesland, feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Deutschland.
1944 verschlug es ihn nach der Volksschule in ein Landdienstlager der Hitlerjugend. Dort erlebte er, wie sich Kriegsfront und Kampfhandlungen der Westgrenze näherten. Franz und seine Kameraden wurden nun als Schanzarbeiter am Westwall eingesetzt. Dann Rückzug und ständige Fliegerangriffe. Franz setzte sich ab und kam unbehelligt zurück auf den Josephshof, wo er als Melker dringend benötigt wurde. Hier erlebte er das Ende des Krieges.
Im Juli 1945 begann der den Weg zu seinem Traumberuf mit einer Lehre als Waldarbeiter. Erst viele Stationen und fünfzehn Jahre später, 1960, war er mit der Revierförsterprüfung am Ziel seiner Träume. Von 1960 bis 1991 war Franz Volz in Rheinland-Pfalz als Revierförster im Beratungsdienst für Privatwaldbesitzer tätig.
Während seiner Dienstzeit hat sich unsere Welt sehr verändert. Die Straßen zu den abgelegenen Eifeldörfern waren noch nicht geteert, Abwässer noch nicht an ein öffentliches Kanalnetz angeschlossen. Die Waldarbeiter gingen 1945 zu Fuß zur Arbeit und fällten die Bäume mit Axt und Säge. Inzwischen fahren die Arbeiter mit dem Auto, arbeiten mit Motorlägen und neuerdings mit großen Holzerntemaschinen.